„Es kann nie genug Vernünftigkeit geben“ -
Walther von Wietzlow, der Präsident der Polytechnischen Gesellschaft, ist gestorben.

Walther von Wietzlow, Präsident der Polytechnischen Gesellschaft e. V., unserer Muttergesellschaft, ist am frühen Morgen des 18. Oktober 2017 im Alter von 72 Jahren völlig unerwartet gestorben. Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt schätzte sein kulturelles Interesse, seinen Ideenreichtum und sein hohes ehrenamtliches Engagement. Er wird schmerzlich vermisst werden.

Dr. Birgit Sander, die Vizepräsidentin der Polytechnischen Gesellschaft und Vorsitzende des Vereins zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker, äußerte sich bestürzt: „Die Polytechnische Gesellschaft verliert mit Herrn von Wietzlow einen ideenreichen, dynamisch zupackenden und bürgernahen Präsidenten, der sich mit außerordentlichem persönlichen Engagement, geistiger Neugier und ausgeprägter Empathie der Weiterentwicklung unserer traditionsreichen Bürgervereinigung angenommen hat. Sein Vorbild ist uns Verpflichtung.“

Mehr Informationen finden Sie auf www.polytechnische.de.

Walther von Wietzlow 24.02.1945 - 18.10.2017
Präsident der Polytechnischen Gesellschaft 6.11.2014 - 18.10.2017


Kultur verbindet

Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt ist ein gemeinnütziger Verein und ein selbständiges Tochterinstitut der Polytechnischen Gesellschaft.  

Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt bietet ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm zu aktuellen Themen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft, die Frankfurt bewegen. Der Verein organisiert Vorträge, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Führungen in kleinen Gruppen und Exkursionen. Er fördert innovative kulturelle Projekte und bietet mit seiner zweimonatlichen Veranstaltungsbroschüre „Kulturelle Kurznachrichten“ einen informativen Leitfaden durch das vielfältige Frankfurter Kulturangebot.  

Informieren Sie sich über das KKF und seine Aktivitäten, besuchen Sie die Veranstaltungen des Vereins und unterstützen Sie ihn durch Ihre Mitgliedschaft. Das KKF mit seinen 450 Mitgliedern freut sich auf Sie!



Der Weiße Lilienbrunnen auf dem Stoltze-Platz

Das KKF-Förderprojekt bekommt einen neuen Standort

Trotz der Kriegszerstörungen sind in der Frankfurter Innenstadt immer noch viele Brunnen aus dem Barock und dem Klassizismus erhalten. Zu den Objekten, die ihre Funktion als Wasserspender im Laufe der Zeit verloren haben, gehört auch der Weiße Lilienbrunnen (auch: Weißer-Lilie-Brunnen), der heute nur noch in Gestalt seines Aufsatzes, eines Obelisken, besteht. Benannt nach dem einst benachbarten Haus „Zur weißen Lilie“ wurde er um 1794 unter dem Brunnenbaumeister Joh. David Voelcker als Pumpenbrunnen in klassizistischer Formensprache auf dem „Comoedienplatz“, dem heutigen Rathenauplatz, aufgestellt. Über einer hohen, überwölbten Brunnenstube war ein Obelisk angeordnet. Vergleichbar der Stele auf dem Liebfrauenbrunnen wies er keine glatten Oberflächen auf, sondern eine auffällige Quaderung mit Reliefdarstellungen.

Der Brunnen blieb allerdings nur bis 1831 in Betrieb, dann wurde er abgebaut. Von einem Privatmann erworben, hat der Obelisk viele Jahrzehnte im Garten eines Hofguts an der Friedberger Landstraße 529 überstanden, bis er bei einer genehmigungspflichtigen Baumaßnahme auf dem Grundstück vom damaligen Stadtkonservator wiederentdeckt wurde. Nachdem der Obelisk erneut in den Besitz der Stadt Frankfurt gelangt war, konnte er mit großzügiger finanzieller Unterstützung des Kuratoriums Kulturelles Frankfurt restauriert und auf dem Goetheplatz, in Nähe des ursprünglichen Brunnenstandorts, aufgestellt werden. Die Stele, die innerhalb einer Grünanpflanzung angeordnet war, erhielt einen Sockel in Form eines umlaufenden Sitzelementes.

Im Vorfeld zur Umgestaltung der Platzfolge Rathenauplatz, Goetheplatz und Roßmarkt, die auch ein Tiefgaragenprojekt einschloss, wurde der Obelisk mit seinem modernen Unterbau 2005 im Depot des Archäologischen Museums eingelagert und geriet beinahe in Vergessenheit. Engagierten KKF-Mitgliedern und deren beharrlichen Nachfragen war es zu verdanken, dass erneut Bewegung in die Sache kam und eine Wiederaufstellung erwirkt werden konnte. 2013 setzte sich so das Denkmalamt mit dem Stadtplanungsamt/Abteilung Öffentlicher Raum und dem Kulturamt als Besitzer des Obelisken in Verbindung, um mögliche Standorte für eine Wiederaufstellung zu sondieren. Die zunächst ins Visier geratenen Plätze erwiesen sich allerdings als ungeeignet, so dass das Projekt abermals zu scheitern drohte.

Der Beschluss des Magistrats, den Friedrich-Stoltze-Brunnen vom gleichnamigen Platz an seinen ursprünglichen Standort, auf den neu angelegten Hühnermarkt (Dom-Römer-Areal), zu translozieren, bot schließlich eine einzigartige Chance: In seiner denkmalschutzrechtlichen Genehmigung zum „Umzug“ des Brunnens im Januar 2015 forderte das Denkmalamt, die verwaiste Mitte des Platzes wieder mit einem Denkmal oder einer Skulptur zu besetzen, dem Weißen Lilienbrunnen.

Durch einen Steinrestaurator wurden daraufhin die im Depot eingelagerten Teile auf ihren Erhaltungszustand hin begutachtet, katalogisiert und ein Restaurierungskonzept entwickelt. Das Kulturamt ließ über das ebenfalls involvierte Hochbauamt eine Kostenschätzung für eine Neuaufstellung des Denkmals ermitteln. Die Situation auf dem neuen Platz mit seinem dichten Dach aus Baumkronen bedingte allerdings, dass die Stele eine größere Höhe bekommen musste, was den bisherigen relativ niedrigen Sockel von 1990 obsolet machte. Grundlage für die neue Gestaltung des Unterbaus war ein Vorschlag des Denkmalamtes, der in Absprache mit den beteiligten Behörden und einem Restaurator ausgearbeitet wurde.

Nachdem im Januar 2017 auch der Ortsbeirat dem Projekt seine Zustimmung gegeben hatte, konnte die Realisierung des Projektes beginnen. Geplant ist, die Wiederaufstellung des Denkmals auf dem Friedrich-Stoltze-Platz zum Jahresende 2017 feierlich zu würdigen.

Dr. Stefan Timpe

Der Lilienbrunnen


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Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt ist ein gemeinnütziger Verein. Die für das Programm erforderlichen Mittel werden durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuwendungen der Polytechnischen Gesellschaft aufgebracht.
Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 35 Euro. Von den Mitgliedern freiwillig gezahlte höhere Beiträge sind willkommen und helfen, dauerhaft ein abwechslungsreiches und attraktives Programm zu bieten.


Die polytechnische Familie

Die Polytechnische Gesellschaft hat in den vergangenen 200 Jahren 50 Tochterinstitute gegründet, so auch 1846 das Kuratorium Kulturelles Frankfurt e.V. Die Anlässe waren immer aktuell. Verantwortungsvoll und mit dem Wunsch zu gestalten und zu verbessern, nahmen sich die Polytechniker verschiedener Themen an. Einige Tochterinstitute gingen in städtische Trägerschaft über, andere wurden verkauft oder lösten sich wieder auf, um Platz für neue Initiativen zu schaffen. Heute gehören sieben Tochterinstitute zur polytechnischen Familie, die sich - von der Mutter finanziell gefördert - für Kultur, Wissenschaft, Bildung und Soziales einsetzen.

Die Tochterinstitute

Neben dem Kuratorium Kulturelles Frankfurt engagiert sich besonders die 2005 gegründete Stiftung Polytechnische Gesellschaft für Wissenschaft und Bildung. Sie ist von der Polytechnischen Gesellschaft großzügig ausgestattet worden und spielt in Frankfurt auf vielen Feldern mit. So unterstützt sie auch Kultur und Soziales und ist sowohl fördernd als auch operativ unterwegs. In zahlreichen Stipendienprogrammen hat sie zum Beispiel sei ihrem Bestehen 45.000 Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, darunter 1.100 Stipendiaten, gefördert. Der Verein zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker e.V., der Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main und die Wöhler-Stiftung engagieren sich für Kunst und Kultur und bereichern mit vielen eigenen Veranstaltungen die Frankfurter Kulturszene. Am Institut für Bienenkunde in Oberursel arbeiten Wissenschaftler und Imker gemeinsam daran, das Überleben der Bienen zu sichern. Und das älteste, heute noch aktive Tochterinstitut ist die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte, die sich dafür einsetzt, dass Blinde und sehbehinderte Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.