Kultur verbindet

Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt ist ein gemeinnütziger Verein und ein selbständiges Tochterinstitut der Polytechnischen Gesellschaft.  

Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt bietet ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm zu aktuellen Themen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft, die Frankfurt bewegen. Der Verein organisiert Vorträge, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Führungen in kleinen Gruppen und Exkursionen. Er fördert innovative kulturelle Projekte und bietet mit seiner zweimonatlichen Veranstaltungsbroschüre „Kulturelle Kurznachrichten“ einen informativen Leitfaden durch das vielfältige Frankfurter Kulturangebot.  

Informieren Sie sich über das KKF und seine Aktivitäten, besuchen Sie die Veranstaltungen des Vereins und unterstützen Sie ihn durch Ihre Mitgliedschaft. Das KKF mit seinen 450 Mitgliedern freut sich auf Sie!



„Das ist doch eine Geschichte“

Cornelia von Wrangel über ihre neue Aufgabe im KKF, über Kultur, Neugierde und Fußball

Sie sind Anfang April vom KKF-Vorstand einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Wie fühlen Sie sich mit dieser neuen Verantwortung?

Noch kann ich wunderbar schlafen. Wehe, das bleibt nicht so. Aber das glaube ich nicht, denn ich freue mich auf die neue Aufgabe. Ich übernehme schließlich keinen chaotischen Laden, sondern einen wohlgeordneten Verein. Im Kuratorium Kulturelles Frankfurt haben sich ungeheuer engagierte Menschen zusammengefunden, das gilt sowohl für seine Mitglieder als auch für seine Macher. Alle Vorgängerinnen und Vorgänger waren gut, auch der letzte, wenn ich das mal so sagen darf.

 

Danke fürs Lob. Sie freuen sich also aufs neue Amt . . .

. . . ja, weil mir der Vorstand Zustimmung und große Unterstützung signalisiert hat. Wir arbeiten ohnehin schon jetzt eng zusammen und schätzen uns menschlich. Dass man sich gegenseitig achtet, ist ja eine wichtige Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit. Auf diese Zusammenarbeit mit dem Vorstand freue ich mich also. Ich bin sicher, dass wir weiterhin auch mit Hilfe unseres Beirats Themen aufgreifen werden, die von Bedeutung für Frankfurt sind, für sein engeres und weiteres kulturelles Leben. Er setzt sich schließlich nur aus klugen Köpfen zusammen. Das heißt, ich freue mich auch auf die Zusammenarbeit mit dem Beirat und natürlich mit der Geschäftsstelle. Und mit der Polytechnischen Gesellschaft, unserer Mutter, sowieso.

 

Soweit ich informiert bin, üben Sie noch andere ehrenamtliche Funktionen aus. Verraten Sie uns doch bitte welche. 

Ich leite den Förderverein des Frankfurter Kinderschutzbundes. Was heißt leiten. Da sind wir zu dritt, eine ganz kleine kollegiale Truppe, organisieren wir Benefizveranstaltungen. Für Kinder sich einzusetzen, lohnt sich immer. Es gibt Kinder, die erleiden beispielsweise entsetzliche Qualen, weil sie körperlich oder seelisch missbraucht werden. Wir können uns gar nicht ausmalen, wie entsetzlich die Qualen sind. Gerade diese Kinder müssen auch die Chance für ein gutes Leben bekommen. Der Kinderschutzbund gibt sie ihnen. Kinder brauchen Freunde, die Kultur braucht sie auch.

 

Machen Sie noch mehr?

Na ja, ich mache noch die Öffentlichkeitsarbeit für die Ingrid-zu-Solms-Stiftung. Diese unterstützt und fördert Frauen, die etwa in Wissenschaft und Kunst Herausragendes leisten. Und ich mache ein wenig Flüchtlingsarbeit. Dafür muss ich aber wieder mehr Zeit finden.

 

Apropos kluge Köpfe: Sie haben drei Jahrzehnte als Redakteurin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung gearbeitet. Ist das Netzwerk, das Sie in dieser Zeit geknüpft haben, von Vorteil für Ihre Arbeit im KKF-Vorstand?

Netzwerk – das ist so ein großes Wort. Welche Leute mir zu welchem Thema einfallen, das habe ich bisher im Vorstand auch schon gesagt und dann gegebenenfalls zum Telefonhörer gegriffen. Aber die Zeiten und damit ihre Gesichter ändern sich bekanntlich schnell. Der Journalismus verlangt jedoch eine Eigenschaft, an der sich nichts ändert und die sicherlich in vielen Lebenslagen nützlich ist: Man muss neugierig sein. Ich werde von Freunden schon aufgezogen, wenn mir wieder mal der Satz rausrutscht: „Aber das ist doch eine Geschichte“. Hoffentlich finden wir also viele Geschichten für das Kuratorium.

 

Gibt es einen Schwerpunkt, den Sie für das KKF in den nächsten Monaten planen?

Dafür ist es noch ein wenig zu früh. Aber wir werden uns sicherlich alle zusammensetzen und überlegen, welche Richtung das Kuratorium Kulturelles Frankfurt weiter einschlägt. Wir haben ein sehr vielfältiges Programm mit  Punkten, die nicht wegzudenken sind, vorneweg die Kleine Gruppe. Pascal Hess fällt immer etwas Besonderes ein. Die KulturLounge, das Zwiegespräch mit einem interessanten Gast, ist wiederbelebt. Daneben haben wir einen Schwerpunkt auf die Architektur und Stadtplanung gelegt, auf Frankfurts schöne und nicht so schöne Seiten. Frankfurt und sein Stadtbild, die Großstadt und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, die gesunde Stadt, die grüne Stadt, die soziale Stadt – das bleibt alles ein wichtiges Thema. Und wir werden uns natürlich den Themen der Polytechnischen Gesellschaft widmen.

 

Und was gibt es daneben?

Die Kultur im engeren Sinne, der wir uns in unserem Namen verschrieben haben. Ich könnte mir beispielsweise eine spannende Podiumsdiskussion über die Zukunft unserer Museen vorstellen. Kein Objekt mehr aus Afrika, keinen schönen Jüngling mehr, keine nackte Venus? Was werden die Museen noch ausstellen können angesichts der Debatte um die Rückgabe kolonialer Kunst und angesichts radikaler Weltvorstellungen oder der #MeToo Bewegung. Die Kultur und ihre Zukunft sind immer gut für spannende Themen.


Was zählen Sie denn zur Kultur im weiteren Sinne?

Den Fußball. Er ist Träger einer anderen Form von Kultur. Da ist Frankfurt in einer besonderen Position. Denn: Wie wirkt der Fußball in eine Stadt hinein, in welcher der DFB sein neues Leistungszentrum baut, das „Silicon Valley des Fußballs“? Wie kann er die Stadt für sich gewinnen? Funktioniert das auch, wenn die Eintracht schlechter wird? Das sind Fragen, für die sich sicherlich nicht nur die Polizei interessiert. Von wegen Hooligans. Außer Frage steht aber: Die Eintracht hat in letzter Zeit großartig gespielt – auch wenn sie nicht alles erreicht hat.

Das Gespräch führte Wolfgang Mörke.

 

 

 


So werden Sie Mitglied

Sie möchten Mitglied im Kuratorium Kulturelles Frankfurt werden?
So sehr Sie uns als Gast bei unseren Veranstaltungen willkommen sind, so sehr freuen wir uns, wenn Sie unsere Arbeit als Mitglied mit Ihrem Mitgliedsbeitrag unterstützen.

Mitglied werden können:
* natürliche und juristische Personen
* nicht rechtsfähige Personenvereinigungen

Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt ist ein gemeinnütziger Verein. Die für das Programm erforderlichen Mittel werden durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuwendungen der Polytechnischen Gesellschaft aufgebracht.
Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 35 Euro. Von den Mitgliedern freiwillig gezahlte höhere Beiträge sind willkommen und helfen, dauerhaft ein abwechslungsreiches und attraktives Programm zu bieten.


Die polytechnische Familie

Die Polytechnische Gesellschaft hat in den vergangenen 200 Jahren 50 Tochterinstitute gegründet, so auch 1846 das Kuratorium Kulturelles Frankfurt e.V. Die Anlässe waren immer aktuell. Verantwortungsvoll und mit dem Wunsch zu gestalten und zu verbessern, nahmen sich die Polytechniker verschiedener Themen an. Einige Tochterinstitute gingen in städtische Trägerschaft über, andere wurden verkauft oder lösten sich wieder auf, um Platz für neue Initiativen zu schaffen. Heute gehören sieben Tochterinstitute zur polytechnischen Familie, die sich - von der Mutter finanziell gefördert - für Kultur, Wissenschaft, Bildung und Soziales einsetzen.

Die Tochterinstitute

Neben dem Kuratorium Kulturelles Frankfurt engagiert sich besonders die 2005 gegründete Stiftung Polytechnische Gesellschaft für Wissenschaft und Bildung. Sie ist von der Polytechnischen Gesellschaft großzügig ausgestattet worden und spielt in Frankfurt auf vielen Feldern mit. So unterstützt sie auch Kultur und Soziales und ist sowohl fördernd als auch operativ unterwegs. In zahlreichen Stipendienprogrammen hat sie zum Beispiel sei ihrem Bestehen 45.000 Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, darunter 1.100 Stipendiaten, gefördert. Der Verein zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker e.V., der Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main und die Wöhler-Stiftung engagieren sich für Kunst und Kultur und bereichern mit vielen eigenen Veranstaltungen die Frankfurter Kulturszene. Am Institut für Bienenkunde in Oberursel arbeiten Wissenschaftler und Imker gemeinsam daran, das Überleben der Bienen zu sichern. Und das älteste, heute noch aktive Tochterinstitut ist die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte, die sich dafür einsetzt, dass Blinde und sehbehinderte Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.