26.01.2022

19 Uhr, Evangelische Akademie

VORTRAG
Das „Haus der Gestapo“ – Geschichte der Lindenstraße 27

Referentin Dr. Andrea C. Hansert, Fragen von Dieter Wesp

Im Rahmen der KKF-Reihe zur Gedenkkultur beschäftigt sich der Abend mit der Gestapo und ihrer Frankfurter Zentrale im Haus Lindenstraße 27. Das große, 1897 errichtete Palais gehörte der Cronstetten-Stiftung. In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Stiftung durch hohe Steuerlasten unter Druck gesetzt, so dass sie sich zum Verkauf gezwungen sah. Erwerber war die Frankfurter Gestapo. Daraufhin wurden
hier die Deportationen der Frankfurter Juden geplant, Regimegegner verhört,
die jüdischen „Mischehepartner“ einbestellt und in die Todeslager geschickt. Die Verantwortlichen für den Terror in Frankfurt sind der Forschung weitgehend bekannt; ebenso lässt sich das Schicksal ihrer Opfer vielfach rekonstruieren. Der Vortrag beleuchtet die Gewaltmaßnahmen, die in der Lindenstraße stattfanden oder dort geplant wurden. Des Weiteren wird auch ein Blick auf die Geschichte des Hauses nach 1945 geworfen, in dem wegen der Zerstörung des Römers bis 1952 der Oberbürgermeister residierte, danach die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Als Frankfurt Hauptstadt werden sollte, war das Haus als Dienstsitz des Bundespräsidenten vorgesehen. 1950 erhielt die Cronstetten-Stiftung das Haus in einem Restitutionsprozess zurückerstattet. Nur zögerlich setzte seit den 1980er Jahren auch eine Rezeption der Gestapo-Zeit in diesem Haus ein. Die Historikerin und Referentin des Abends Dr. Andrea C. Hansert hat zum „Haus der Gestapo“ soeben ein Buch vorgelegt. Sie wird darüber mit dem Stadthistoriker Dieter Wesp sprechen. Frau Dr. Hansert ist Beiratsvorsitzende des KKF, Herr Wesp Mitglied im Vorstand.

Evangelische Akademie
Römerberg 9, 60311 Frankfurt
Präsenzveranstaltung


Anmeldung beim KKF bis 25. Januar 2022.
Es gilt die 2G-Regel.

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60311 Frankfurt