26.10.2020

19.00 Uhr, Online-Veranstaltung mit Live-Übertragung aus der Evangelischen Akademie

Braucht Frankfurt eine neue Gedenkkultur?
Eine prominent besetzte Podiumsdiskussion über das Erinnern an die Vergangenheit

Diskussion

Schon seit Jahren wird darüber nachgedacht, was es für eine künftige Gedenkkultur bedeutet, wenn es keine Zeitzeugen mehr gibt, die über die Schrecken der Nazizeit berichten können. Wenn nur noch Bücher und Filme die Erlebnisse der Überlebenden festhalten. Der Wegfall der Zeitzeugenschaft ist jedoch nicht die einzige Herausforderung, der sich die Erinnerungskultur stellen muss. Wie weckt sie bei jungen Leuten Aufmerksamkeit, die des Themas Holocaust überdrüssig scheinen und sich generell nicht für Geschichte interessieren? Wie erreicht sie die Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln? Welche Rolle spielt das Erinnern an die Vergangenheit überhaupt für die bei uns lebenden Migranten? Und müssen nicht die Täter stärker als bisher in den Blick genommen werden? Zum Beispiel Frankfurt: Viele wissen, dass die Westend- Villa in der Lindenstraße 27 von 1940 bis 1945 die Zentrale der Gestapo war. Aber wer weiß, dass der spätere KZ-Arzt Josef Mengele an der Frankfurter Universität promoviert wurde?

Es nehmen teil:
– Dr. Ina Hartwig, Frankfurts Kulturdezernentin
– Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Leiterin des Jüdischen Museums
– Muchtar Al Ghusain, Beigeordneter der Stadt Essen für Jugend, Bildung und Kultur
– Moderator Werner D’Inka, ehemaliger F.A.Z.-Mitherausgeber