22.03.2018

19.00 Uhr, Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse, Neue Mainzer Straße 49, 60311 Frankfurt

Architektur ist erstarrte Musik
Dr. Almut Gehebe-Gernhardt über das Verhältnis der beiden Disziplinen

Vortrag

Hier spielt die Musik, der Ton macht die Musik, auf jemanden bauen, Eselsbrücken bauen, Mist bauen – die Liste der Redensarten zu den Begriffen Architektur und Musik ist lang. Etwas Gelungenes wird gemeinhin mit dem Ausspruch „Da ist Musik drin“ bedacht! Beide Disziplinen folgen mathematischen Gesetzmäßigkeiten. Schon in der griechischen Mythologie finden sich Erzählungen, in denen anhand von Musik Architektur entsteht. Vom 6. Jahrhundert v. Chr. an wird die bisher mythologische Verbindung von Musik und Materie auf eine wissenschaftliche Ebene gestellt. Die Renaissance- Architekten Alberti und Palladio waren beispielsweise überzeugt, dass die musikalischen harmonischen Zahlenverhältnisse auch auf die architektonischen Proportionen übertragen werden könnten. Um 1800 prägte Friedrich Wilhelm Schelling die Metapher von der Architektur als erstarrte Musik. Arthur Schopenhauer sprach von der Architektur als gefrorene Musik, für Goethe war Architektur verstummte Tonkunst. Eine schlüssige Metapher für die Musik hat sich bis heute nicht gefunden. Es gab Überlegungen wie Architektur als aufgetaute Musik oder Musik als flüssige Architektur. Um die Jahrhundertwende begann die Johann-Sebastian-Bach-Renaissance, die anhält. Bachs Werk beeinflusste viele Komponisten wie Arnold Schönberg. Die Musik, so Schönberg, ist eine Kunst, die sich in der Zeit abspielt. Aber der Komponist selbst sieht die Zeit als Raum. Die Kunsthistorikerin Dr. Almut Gehebe- Gernhardt spürt der inneren Verwandtschaft beider Disziplinen nach.

Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse

Neue Mainzer Straße 49, 60311 Frankfurt