20.05.2021

19 Uhr, Livestream (eventuell Publikum möglich)

Wozu ein Museum der Weltkulturen?
Wir stellen weiter die Frage nach der Rolle von ethnologischen Museen

Podiumsdiskussion

Wegen Corona verschoben, aber das Thema ist nach wie vor brisant: Sind Völkerkundemuseen verstaubte und altmodische Nutznießer des Kolonialismus? Vor mehr als hundert Jahren wurden sie als Orte der Forschung und der Repräsentation des „Anderen“ gegründet. Jedoch werden heute die Grundlagen ihrer Arbeit oft vehement in Frage gestellt. Viele Museen reagierten mit Umbenennung zum Beispiel in Weltkulturen-Museum. Darauf folgten innovative Konzepte und neue Dauerausstellungen. Wie die Debatte um das Humboldt-Forum in Berlin deutlich macht, ist die Krise der ethnologischen Museen deshalb noch nicht ausgestanden. Sie sind auf der Suche nach ihrer Rolle in einer globalisierten Welt, ringen um ihre Aufgabe im 21. Jahrhundert. Wozu brauchen wir also ein Museum der Weltkulturen? Warum ist ein solches Haus wichtig für eine Stadt? Wie soll man mit der Kolonialkunst umgehen? Über Fragen wie diese diskutieren die Leiterin des Frankfurter Weltkulturen Museums, Dr. Eva Raabe, und Prof. Dr. Hans Peter Hahn von der Frankfurter Goethe-Universität. Dr. Raabe ist Ethnologin, promovierte über die Kultur und Besiedlungsgeschichte Neuguineas, hat 1985 als Kustodin ihre Laufbahn am Weltkulturen-Museum begonnen. Der Ethnologe Prof. Dr. Hahn hat als thematische Schwerpunkte materielle Kultur, ethnologische Museen, Konsum, Migration und Mobilität. Er ist Mitglied des Beirats für die ethnologischen Sammlungen im Humboldt Forum und Vorsitzender der Vereinigung für Afrikawissenschaften in Deutschland. Moderator ist Michael Hierholzer von der F.A.Z.