12.03.2020

19.00 Uhr, Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse, Neue Mainzer Straße 49, 60311 Frankfurt

Wozu brauchen wir ein Museum der Weltkulturen?
Ein Gespräch über die Rolle von ethnologischen Museen im 21. Jahrhundert

Gespräch

Sind Völkerkundemuseen verstaubte und altmodische Profiteure des Kolonialismus? Vor mehr als hundert Jahren wurden sie als Orte der Forschung und der Repräsentation des „Anderen“ gegründet. Jedoch werden heute die Grundlagen ihrer Arbeit oft vehement in Frage gestellt. Viele Museen reagierten mit Umbenennung zum Beispiel in Weltkulturen-Museum. Darauf folgten innovative Konzepte und neue Dauerausstellungen. Wie die Debatte um das Humboldt-Forum in Berlin deutlich macht, ist die Krise der ethnologischen Museen deshalb noch nicht ausgestanden. Sie sind auf der Suche nach ihrer Rolle in einer globalisierten Welt, ringen um ihre Aufgabe im 21. Jahrhundert. Wozu brauchen wir also ein Museum der Weltkulturen? Was soll darin ausgestellt werden? Warum ist ein solches Haus wichtig für eine Stadt? Wie soll man mit der Kolonialkunst umgehen? Sie ganz und gar zurückgeben?

Über Fragen wie diese diskutieren die neue Leiterin des Frankfurter Weltkulturen Museums, Dr. Eva Raabe, und Prof. Dr. Hans Peter Hahn von der Frankfurter Goethe-Universität. Dr. Raabe ist Ethnologin, promovierte über die Kultur- und Besiedlungsgeschichte Neuguineas, hat 1985 als Kustodin ihre Laufbahn am Weltkulturen-Museum begonnen. 2011 wurde sie zur stellvertretenden Direktorin gewählt und vier Jahre später nach dem Ausscheiden von Clémentine Deliss als kommissarische Leitung eingesetzt. Der Ethnologe Prof. Dr. Hahn hat als thematische Schwerpunkte materielle Kultur, ethnologische Museen, Konsum, Migration und Mobilität. Er ist Mitglied des Beirats für die ethnologischen Sammlungen im Humboldt Forum und Vorsitzender der Vereinigung für Afrikawissenschaften in Deutschland.

Moderator des Gesprächs ist Michael Hierholzer von der F.A.Z.

Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse

Neue Mainzer Straße 47-49