05.11.2020

19.00 Uhr, Online-Veranstaltung mit Live-Übertragung aus der Evangelischen Akademie

Was ist noch opportun?
Straßennamen – was sie über uns aussagen

Vortrag

In Berlin wird darüber gestritten, Frankfurt hat das auch schon getan, anderswo werden Grundsatz-Kommissionen gebildet. Straßennamen können die Gemüter
erregen. Dabei sind sie in erster Linie nichts anderes als eine Orientierungshilfe. Ohne Straßennamen, findet man sich nicht zurecht, schon gar nicht in einer Stadt. Straßennamen geben aber auch Auskunft über die Zeit, in der sie vergeben wurden, spiegeln wider, welcher Geist in jenen Tagen herrschte. In diesem Sinn sind sie ein historischer Wegweiser,
ein Träger von Erinnerungskultur. An Straßennamen kann man Geschichte lernen, auch Kulturgeschichte. Sie heißen nach Dichtern, Künstlern und Wissenschaftlern. Sie heißen aber auch nach Politikern und Generälen. Würde heute eine Straße nach einem Bundeswehrgeneral benannt werden? Wohl kaum. Immer bedeutet die Wahl jedoch eine Ehre. Was ist aber, wenn die damals Ehrenhaften heute nicht mehr als ehrenhaft gelten? Dann wird ihnen die Namenspatenschaft entzogen. Wann ist es angebracht, wann nicht? Was sagt das alles über uns?

Über Fragen wie diese wird Prof. Dr. Rainer Pöppinghege referieren. Er ist Historiker und Publizist, lehrt Neueste Geschichte an der Universität Paderborn. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen neben der westfälischen Regionalgeschichte vor allem Themen der Geschichtskultur. Zudem ist er ein Kenner der Straßennamensforschung, denn er hat ein Buch geschrieben mit dem Titel: Wege des Erinnerns. Und dem Untertitel: Was Straßennamen über das deutsche Geschichtsbewusstsein aussagen.