Vortrag Prof. Dr. Barbara Dölemeyer vom Frankfurter Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte
„Meine Meinung ist die: Wenn in unserer Zeit etwas helfen soll, so ist es Gewalt“, schrieb Georg Büchner seinen Eltern im April 1833 aus Straßburg als Reaktion auf den Frankfurter Wachensturm. Etliche Freunde und Schulkameraden Büchners waren daran beteiligt gewesen. Einige von ihnen wurden 1834 Mitglieder der von Büchner gegründeten Sektionen Gießen und Darmstadt der „Gesellschaft der Menschenrechte“. Büchner lernte den Butzbacher Rektor Friedrich Ludwig Weidig, der an den Vorbereitungen des Wachensturms beteiligt war, sich aber kurz davor noch zurückzog, erst an der Wende 1833/34 kennen. Darauf erfolgte ihre Zusammenarbeit bei der Publikation des „Hessischen Landboten“. Der Vortrag geht den personellen und ideologischen Verbindungen des „Büchner-Weidig-Kreises“ zu diesem gescheiterten Aufstand nach, der dann besonders strenge Gegenmaßnahmen auslöste, und fragt nach der Legitimität von Gewalt in einer konstitutionellen Monarchie wie dem Großherzogtum Hessen.
Museum Giersch
Schaumainkai 83
60596 Frankfurt am Main