Thursday, January 26, 2012, 7:00 PM Uhr
Von Modernität, Moralität, Mobilität in Frankfurt und vom Missverhältnis zu seiner Geschichte - Das Beispiel der Altstadtdebatte

Vortrag Dr. Andreas Hansert

Der Vortrag wirft einen Blick auf die Stadtentwicklung und Stadtgestalt des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Er entfaltet die These, dass Frankfurt sich, erstens, vor allen dank Ernst May als eine Stadt der Moderne versteht, dass, zweitens, man in Frankfurt durch die moralischen Belastungen durch den Nazismus alle ältere Geschichte als belastet ansah und, drittens, die Stadt nach 1945 sich vor allem als Zentrum des Verkehrs und der Finanzen (Mobilität) verstand. Dank dieser Trias von Modernität, Moralität und Mobilität hatten die Belange und Traditionen der älteren Geschichte nach dem Krieg wenig Möglichkeit, noch angemessen zur Geltung zu kommen. Frankfurt hat sich dank dieser mächtigen kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Tendenzen seinerzeit für ein sehr weitgehendes Kappen seiner historischen Wurzeln entschieden. Doch mit der „autogerechten Stadt“, Bauten wie dem Technischen Rathaus oder dem Historischen Museum, den verfehlten Planungen im Westend etc. mündete die einst als fortschrittlich apostrophierte Entwicklung vielfach in der „Unwirtlichkeit“. Sechzig Jahre nach Kriegsende wagt Frankfurt jetzt daher wieder sichtbar das Anknüpfen auch an ältere Schichten, wofür die Rekonstruktion der Altstadt im Besonderen steht.

Der Eintritt ist frei.

Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse
Neue Mainzer Straße 49
60311 Frankfurt am Main