Im Gespräch

Diskussionen, Vorträge, Führungen

Das Themenspektrum des Kuratoriums Kulturelles Frankfurt ist breit gefächert. Die Veranstaltungen widmen sich bildender Kunst, Musik, Literatur und Theater. Ebenfalls werden aktuelle gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Themen aufgegriffen. Fragen der Stadtentwicklung und -planung bilden dabei besondere Schwerpunkte.  

Die Referenten und Referentinnen sind stets ausgewiesene Experten ihres Fachs und engagierte Persönlichkeiten, die profunde Einblicke vermitteln.  

Zusammen mit der Polytechnischen Gesellschaft lädt das Kuratorium Kulturelles Frankfurt zu deren öffentlicher Vortragsreihe "Zukunft entdecken" ein, die sich aktuellen Themen aus Forschung und Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft widmet.


Die jüngsten Höhepunkte

Mit großer Neugierde bewegte sich eine staunende Menge an einem lauen Abend im September 2016 durch die Gewölbe des Frankfurter Untergrunds. Gestärkt mit Häppchen und dem wissenschaftlichen Input eines Vortrags zu Frankfurter Kellern konnte die Entwicklung der unterirdischen Bauwerke gleich an Ort und Stelle nachvollzogen werden. Der Brückenkeller im Fischerfeldviertel lieferte hier Wertvolles fürs Auge und den Blick auf die Geschichte der Stadt.

Wie wichtig dem KKF die Stadtentwicklung und -planung, die Architektur und der Denkmalschutz geworden sind, zeigen die vielen Großveranstaltungen der vergangenen Jahre. Vorträge zur neuen Frankfurter Altstadt von Prof. Jochem Jourdan oder zum Vergleich zwischen Mainhatten und Manhattan von Prof. Marianne Rodenstein informieren über den Stand der Dinge in der Stadt und berichten über deren Bauentwicklung. Streitgespräche etwa zum Thema Ornamentik im Fassadenbau mit den Architekten Michael Schumacher und Marc Jordi sowie persönliche Gespräche im intimeren Setting der Kultur-Lounge – wie mit Dr. Jan Gerchow zum Neubau des Historischen Museums – regen an und geben Hintergrundinformationen. Hitzigere Debatten liefern Podiumsdiskussionen. „Was ist mit Alt-Sachsenhausen?“ wurde da im Juni 2015 gefragt. Warum eine Altstadt auf dem Römerberg neu bauen, wenn alte Bausubstanz in Sachsenhausen verkommt?

In den Medien finden solche Veranstaltungen immer wieder große Resonanz. Bei der mehr als lebhaften, von Dr. Matthias Alexander (F.A.Z.) moderierten Diskussion zum Kulturcampus auf dem Bockenheimer Universitäts-Areal im März 2014 platzte der mit 800 Personen voll besetzte Hörsaal aus allen Nähten. Auf hohem Niveau machten Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, Architekt Prof. Christoph Mäckler, Frank Junker, Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding, eine Sprecherin der Bürgerinitiative und der Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Thomas Rietschel, unterschiedlichste Standpunkte klar. Wie sehr Architektur und Gesellschaftspolitik verknüpft sind und wie aufmerksam das KKF auf die Bewegungen und Entwicklungen in Frankfurt reagiert, hatte schon 2009 das vielbeachtete Podium „Welche Moscheen wollen wir? Die Architektur des Islam in Deutschland“ im Chagall-Saal der Oper gezeigt. Vertreter der christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaften diskutierten mit Architekten über das Thema und damit auch über die Herausforderungen der Zuwanderung. Seit Anfang 2014 bietet das Kuratorium zudem das neue Format „Best Architects“ an, in dem Bauherrn persönlich ihre Areale und Gebäude vorstellen.

Neben diesen thematischen Schwerpunkten versäumt das KKF es nicht, sich traditionell der städtischen Lebenskultur zu widmen. Das Angebot reicht von Beiträgen zu Literatur und Bildung, über Kunst und Musik, bis hin zu Ortsbegehungen. Ein Vortrag über Apfelwein kann ebenso auf dem Programm stehen wie die Diskussion um G8 oder G9, Kammermusikabende und Lesungen. So werden seit Jahren die Stadtschreiber von Bergen-Enkheim zu den Mitgliederversammlungen eingeladen, um ihre Werke vorzustellen. Außerdem ermöglicht die Kleine Gruppe ungewöhnlichste Führungen, etwa durch die Offenbacher Seifenfabrik Kappus im Winter 2012. Veranstaltungen begleiten auch den vom KKF alljährlich vergebenen Berg-Berndt-Preis, den das Kuratorium an Einrichtungen und Personen vergibt, die sich durch ihr besonderes Engagement in der kulturellen Förderung von Kindern und Jugendlichen hervortun. 2016 besuchten viele KKF- und PTG-Mitglieder die knallbunte und akrobatisch beeindruckende Show des Jugendensembles im Kinderzirkus Zarakali. Weiterhin kann das Kuratorium auf zahlreiche Förderprojekte zurückblicken, wie Publikationen und Hörbücher, den Ernst-May-Dokumentarfilm (2015), den Ankauf der Druckgrafiken von Hermann Struck und Jakob Steinhardt für das Jüdische Museum Frankfurt (2014) oder den großen Betrag für den Neubau des Historischen Museums (2012), in dem das Kuratorium die Patenschaft für den Raum des ersten Frankfurter Stadtbibliothekars Martin Johann Waldschmidt (1650-1706) übernommen hat – um einige Beispiele zu nennen. So bleibt das KKF immer nah am Geschehen der Stadt. Die Freude seiner Mitglieder, Teil eines lebendigen Organismus zu sein, auf Aktuelles einzuwirken und es mitzugestalten, macht einen der großen Reize des Kuratoriums aus. (Dr. Claudia Müller-Proskar)