Kultur verbindet

Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt ist ein gemeinnütziger Verein und ein selbständiges Tochterinstitut der Polytechnischen Gesellschaft.  

Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt bietet ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm zu aktuellen Themen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft, die Frankfurt bewegen. Der Verein organisiert Vorträge, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Führungen in kleinen Gruppen und Exkursionen. Er fördert innovative kulturelle Projekte und bietet mit seiner zweimonatlichen Veranstaltungsbroschüre „Kulturelle Kurznachrichten“ einen informativen Leitfaden durch das vielfältige Frankfurter Kulturangebot.  

Informieren Sie sich über das KKF und seine Aktivitäten, besuchen Sie die Veranstaltungen des Vereins und unterstützen Sie ihn durch Ihre Mitgliedschaft. Das KKF mit seinen 450 Mitgliedern freut sich auf Sie!



Berg-Berndt-Preis für die Jugend-Kultur-Werkstatt Falkenheim Gallus

"Mit Kunst wachsen" - Interview mit Petra Väth

Das Kuratorium vergibt die Auszeichnung an Institutionen, die Herausragendes in der Kunst- und Kulturvermittlung an Kinder und Jugendliche leisten. Frau Väth, Sie sind die Geschäftsführerin, gleichzeitig lieben Sie es, als Kunstpädagogin die Entwicklung  junger Menschen mit Hilfe künstlerischer Betätigung voranzubringen. Was macht den Verein so interessant?

Begonnen hat es mit einem „Haus der offenen Tür“, einem klassischen Jugendzentrum. 1990 kam der Umbruch - weg von der offenen Arbeit hin zum gezielten künstlerischen Schaffen mit jungen Menschen in einer modernen Kultur-Werkstatt. So eine Idee war damals neu und der Verein hatte eine Vorreiterfunktion in Frankfurt. Als Inspiration diente die Berliner Einrichtung „Schlesische 27“, die Kinder und Jugendliche, die zu Hause wenig Unterstützung fanden, mit Kunstprojekten förderte. Heute stehen unsere Kurse allen jungen Kunstinteressierten offen. In unserem Programm ist viel Bewegung, da mit großer Offenheit immer wieder neue, teils ungewöhnliche Projekte angegangen werden.

Da wären wir bei den Schwerpunkten des Vereins.

Ja, einmal sind es künstlerische Projekte im Gemeinwesen und im öffentlichen Raum sowie Ausstellungen, die wir umsetzen. Dann bieten wir Schulprojektwochen und Freizeitkurse an. - Und es gibt die „Bildhauerwerkstatt Gallus“ für straffällig gewordene Jugendliche. Diese haben im Rahmen ihrer abzuleistenden Stunden gemeinnütziger Sozialarbeit die Möglichkeit, künstlerisch zu arbeiten.

Kunstproduktion als „Strafe“?

Man unterschätzt den pädagogischen Wert. Die jungen Menschen produzieren in der Werkstatt meist unter sehr großen Anstrengungen und in für sie ungewohnter Disziplin Kunst. Sie entscheiden sich für ein Material und sind dann verpflichtet, das Projekt umzusetzen. Manche bringen überhaupt das erste Mal eine Sache zum Abschluss. Auch müssen sich alle an die Regeln im Hause halten: Respekt und Toleranz.

Was wäre dann der Aspekt der Gemeinnützigkeit?

Gemeinnützig bedeutet hier, dass die geschaffene Kunst in der Werkstatt verbleibt und verkauft wird. Das Geld fließt so wieder an die Einrichtung zurück. Begleitend lernen die Jugendlichen, eine Ausstellung vorzubereiten. Bei der Öffentlichkeitsarbeit helfen sie mit und agieren während der Präsentation der Werke als Ansprechpartner – für viele eine echte Herausforderung. In Expertenkreisen gelten die Ausstellungen des Vereins zwischenzeitlich als Geheimtipp, da hier gute und mit Herzblut geschaffene Kunstwerke zu humanen Preisen erworben werden können. Unser Mitarbeiter Michael Siebel hatte 20 Jahre die künstlerische Leitung inne und kontrollierte die professionelle Anfertigung der Kunst. Den Part hat seit 2016 Kai Wolf übernommen.

Wie groß ist das Team, mit dem Sie arbeiten?

Wir haben nur 2,5 feste Stellen. Hinzu kommen eine FSJ-Kultur-Stelle und 20 freiberufliche Mitarbeiter für die Betreuung der Workshops während und außerhalb der Schulzeiten.

Wie umfangreich ist Ihr Kursangebot und wie sieht es inhaltlich aus?

Alle zwei Wochen kommt eine neue Schulklasse im Alter zwischen 10 und 21 Jahren für fünf Tage. In den Workshops werden dann bis zu 32 Schüler betreut, die sich auf verschiedene Kurse, zum Beispiel Theaterwerkstatt, Malerei oder Bildhauerei, verteilen. Dieses Angebot gilt für alle Schulformen - von der Lernhilfeschule bis zu der Berufsschule. An mehreren Nachmittagen in der Woche finden außerdem Freizeitkurse statt - aktuell Malerei, Tanzen, Trommeln, Theater für Kinder ab 10. Mein Tipp: Mitte November gibt es in der Bildhauerwerkstatt einen Tag der offenen Tür. Auf der Homepage kann in einem Onlinekatalog das Angebot mit Angaben zu Material, Maßen und Preis abgerufen werden.

Welche Räumlichkeiten stehen Ihnen für Ihre Arbeit zu Verfügung?

Wir bespielen zwei Häuser: Eines in der Herxheimerstraße 4 (200 Quadratmeter) und eine großzügige Werkstatt auf dem Milchsackgelände, einer ehemaligen Farbenfabrik in der Gutleutstraße 294 (insgesamt 400 qm).

Und wie finanzieren Sie Ihr beachtliches Angebot?

Die Gelder zur Umsetzung der Arbeit kommen aus verschiedenen Quellen. Einen Teil erhalten wir von Sponsoren. Ein anderer Teil muss über die institutionelle Förderung des Jugend- und Sozialamts der Stadt jedes Jahr neu beantragt werden. Auch Projektförderungen erfragen wir immer wieder neu - zum Beispiel beim Ministerium für Wissenschaft und Kunst für einzelne Ausstellungsprojekte. Ferner kommen dem Verein Bußgelder zugute und die Kinder zahlen kleine Beiträge von zehn Euro pro Woche während der Ferienprojekte. - Umso mehr freuen wir uns über die Anerkennung durch den Berg-Berndt-Preis und die finanzielle Zuwendung!

Gibt es einen Höhepunkt?

Das war zum Beispiel die Teilnahme an der Veranstaltungsreihe des Historischen Museums „Stadtlabor unterwegs“, 2015. Da war ganz Frankfurt aufgerufen, sich nach der Vorgabe „Bewohner im Stadtteil werden zu Experten“ einzubringen. Es gab Rap-Projekte, Veranstaltungen zum Geo-Caching, es wurden Bilder gemalt und Gedichte über das Gallus-Viertel geschrieben. Die Verbindung hauseigener Projekte mit der Stadtöffentlichkeit fand ich besonders reizvoll. Viele unserer Kinder waren mit großer Begeisterung dabei und sind über sich hinausgewachsen, was vortrefflich zu unserem Motto passt: „Mit Kunst wachsen!

(Interview Dr. Claudia Müller-Proskar)

Kunst für Alle


So werden Sie Mitglied

Sie möchten Mitglied im Kuratorium Kulturelles Frankfurt werden?
So sehr Sie uns als Gast bei unseren Veranstaltungen willkommen sind, so sehr freuen wir uns, wenn Sie unsere Arbeit als Mitglied mit Ihrem Mitgliedsbeitrag unterstützen.

Mitglied werden können:
* natürliche und juristische Personen
* nicht rechtsfähige Personenvereinigungen

Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt ist ein gemeinnütziger Verein. Die für das Programm erforderlichen Mittel werden durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuwendungen der Polytechnischen Gesellschaft aufgebracht.
Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Euro. Von den Mitgliedern freiwillig gezahlte höhere Beiträge sind willkommen und helfen, dauerhaft ein abwechslungsreiches und attraktives Programm zu bieten.


Die polytechnische Familie

Die Polytechnische Gesellschaft hat in den vergangenen 200 Jahren 50 Tochterinstitute gegründet, so auch 1846 das Kuratorium Kulturelles Frankfurt e.V. Die Anlässe waren immer aktuell. Verantwortungsvoll und mit dem Wunsch zu gestalten und zu verbessern, nahmen sich die Polytechniker verschiedener Themen an. Einige Tochterinstitute gingen in städtische Trägerschaft über, andere wurden verkauft oder lösten sich wieder auf, um Platz für neue Initiativen zu schaffen. Heute gehören sieben Tochterinstitute zur polytechnischen Familie, die sich - von der Mutter finanziell gefördert - für Kultur, Wissenschaft, Bildung und Soziales einsetzen.

Die Tochterinstitute

Neben dem Kuratorium Kulturelles Frankfurt engagiert sich besonders die 2005 gegründete Stiftung Polytechnische Gesellschaft für Wissenschaft und Bildung. Sie ist von der Polytechnischen Gesellschaft großzügig ausgestattet worden und spielt in Frankfurt auf vielen Feldern mit. So unterstützt sie auch Kultur und Soziales und ist sowohl fördernd als auch operativ unterwegs. In zahlreichen Stipendienprogrammen hat sie zum Beispiel sei ihrem Bestehen 45.000 Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, darunter 1.100 Stipendiaten, gefördert. Der Verein zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker e.V., der Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main und die Wöhler-Stiftung engagieren sich für Kunst und Kultur und bereichern mit vielen eigenen Veranstaltungen die Frankfurter Kulturszene. Am Institut für Bienenkunde in Oberursel arbeiten Wissenschaftler und Imker gemeinsam daran, das Überleben der Bienen zu sichern. Und das älteste, heute noch aktive Tochterinstitut ist die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte, die sich dafür einsetzt, dass Blinde und sehbehinderte Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.