Kultur verbindet

Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt ist ein gemeinnütziger Verein und ein selbständiges Tochterinstitut der Polytechnischen Gesellschaft.  

Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt bietet ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm zu aktuellen Themen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft, die Frankfurt bewegen. Der Verein organisiert Vorträge, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Führungen in kleinen Gruppen und Exkursionen. Er fördert innovative kulturelle Projekte und bietet mit seiner zweimonatlichen Veranstaltungsbroschüre „Kulturelle Kurznachrichten“ einen informativen Leitfaden durch das vielfältige Frankfurter Kulturangebot.  

Informieren Sie sich über das KKF und seine Aktivitäten, besuchen Sie die Veranstaltungen des Vereins und unterstützen Sie ihn durch Ihre Mitgliedschaft. Das KKF mit seinen 450 Mitgliedern freut sich auf Sie!



Bauten zum Leben erwecken -
Felix Fischl vom Filmkollektiv zu seinem Buch über Filme zur Architektur Frankfurts - dem aktuellen KKF-Förderprojekt

Ihr gemeinnütziger Verein heißt Filmkollektiv Frankfurt – ein Kollektiv betont Gemeinsamkeit, ich wüsste gern, welche? Sie bieten Projektionsraum für unterrepräsentierte Filmkultur. Erzählen Sie uns bitte etwas über die Arbeit Ihres Vereins, Sie sind ja von Anfang an dabei.

Der Verein ist sehr klein. Drei Personen, von denen ich eine bin, tragen die Arbeit. Wir haben dieselbe Motivation: zu zeigen, was sonst im Kino nicht zu sehen ist. Warum? Weil die Aufführung seltener Filme im analogen Originalformat besonders kostspielig ist, nicht dem allgemeinen Geschmack entspricht oder beides. Also haben wir einen Verein gegründet, um Mittel einwerben zu können, die die teuren Abspielkosten decken. Unser Kollektiv steht für diese Ziele ein, natürlich hat jede Person eigene Vorlieben, doch wir unterstützen uns gegenseitig und tauschen uns aus. Unsere Projekte und Veröffentlichungen sind sehr aufwändig. Grundsätzliche Programmentscheidungen fällen wir gemeinsam. Für die Filmreihe „Architektur und Stadtentwicklung in Frankfurt“ bin ich verantwortlich.

Und was ist das Besondere an dem Vorhaben, das vom KKF unterstützt wird?

Im Zuge meiner Recherche habe ich festgestellt, dass es so gut wie keine Literatur zum Thema Frankfurter Architektur im Film gibt. So war die Idee einer Publikation geboren. „Wandelbares Frankfurt. Dokumentarische und experimentelle Filme zur Architektur und Stadtentwicklung in Frankfurt am Main“ – mitfinanziert vom KKF – enthält bebilderte Aufsätze von 12 Autoren und eine umfangreiche Filmografie. Es wird deutlich werden, was es alles gibt, und vor allem auch, wo es zu finden ist. Von den etwa 300 im Buch aufgeführten Filmen werden wir im Herbst dann etwa 65 zeigen, größtenteils Kurzfilme. Wir sehen den Bedarf für eine neue Beschäftigung mit dem Material.

Stadtplanung und Architektur sind auch Schwerpunktthemen des KKF – so ist ja die Zusammenarbeit entstanden. Was glauben Sie gerade durch Filme herausarbeiten zu können?

Wir werden bewegte Stadtbilder sehen – Architekturfotografie kann das nicht leisten. Bauten zum Leben erwecken, greifbar machen wie etwa die Hafenanlagen in den 1920er-Jahren. In den Filmen steckt die Persönlichkeit der Filmemacher, denn natürlich haben auch Dokumentarfilme immer einen bestimmten Fokus. Einen Schwerpunkt unserer Reihe werden von der Stadt beauftragte Imagefilme bilden, an denen sich der Gegensatz zwischen Stadtmarketing und Wirklichkeit ablesen lässt.

Einige Filme zeigen die alte Altstadt Frankfurts. Wenige Menschen haben sie noch erlebt, bevor Bomben sie zerstörten. Was kann die Neubebauung jüngeren Frankfurtern heute sagen?

Man musste mit weniger Platz auskommen. Es ist fraglich, ob sich darüber hinaus auch Geschichte vermitteln lässt. Ich spüre aber großes Interesse bei Gleichaltrigen an der Baugeschichte unserer Stadt. Politische Aufladung ist nicht mein direktes Ziel bei diesem Projekt. Das ergibt sich von allein, je nachdem, was die Zuschauer herausziehen möchten. Politische oder Agitationsfilme sind aber Teil unseres Programms.

Das kleine neue Quartier erfährt gerade viel Aufmerksamkeit, die Wohnungsprobleme werden anderswo gelöst. Können Neubauviertel etwas von der Altstadt lernen?

Es ist ein Vorzeigeareal, die Detailverliebtheit lässt sich andernorts wohl nicht umsetzen. Es geht hier um den Stadtkern, eine Ausstrahlung auf den Rest Frankfurts findet vermutlich nicht statt. Eine Übertragung auf den Wohnungsmangel ist wegen der andersgearteten Finanzierungsweise nicht möglich, aber vielleicht mehr Aufmerksamkeit für das Design?

Sie betrachten ja ein ganzes Jahrhundert im Rückblick, in dem es nicht nur die Vernichtung alter Gebäude und den Wiederaufbau gegeben hat. Sie berücksichtigen auch das neue Frankfurt, Eingemeindungen, Hochhäuser. Haben Sie eine Lieblingsepoche, wie wohnen Sie selbst, was wünschen Sie kommenden Generationen für unsere Stadt?

Mein ursprüngliches Interesse rührt vom Wiederaufbau der fünfziger Jahre her. Allgemein fasziniert mich der Umgang mit den Zeitumständen, zum Beispiel der unerträglich pathetische Jargon in „Frankfurt am Main. Wiedergeburt einer Weltstadt“, einem Film von 1952. Ich wohne in einem Bockenheimer Altbau, ruhig und mit Blick in einen grünen Innenhof, Natur bedeutet mir viel in der Stadt. Die Gentrifizierung sehe ich mit Sorge. Bockenheim ist da sehr umtriebig. Das Stadtteilbüro etwa macht gute Arbeit und hält die Aufmerksamkeit hoch, beispielsweise für den Kulturcampus. Solches Engagement finde ich wünschenswert.

Die Fragen stellte Karl-Burkhard Haus.

© Bundesarchiv, Berlin Vertrieb Transit Film GmbH


So werden Sie Mitglied

Sie möchten Mitglied im Kuratorium Kulturelles Frankfurt werden?
So sehr Sie uns als Gast bei unseren Veranstaltungen willkommen sind, so sehr freuen wir uns, wenn Sie unsere Arbeit als Mitglied mit Ihrem Mitgliedsbeitrag unterstützen.

Mitglied werden können:
* natürliche und juristische Personen
* nicht rechtsfähige Personenvereinigungen

Das Kuratorium Kulturelles Frankfurt ist ein gemeinnütziger Verein. Die für das Programm erforderlichen Mittel werden durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuwendungen der Polytechnischen Gesellschaft aufgebracht.
Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 35 Euro. Von den Mitgliedern freiwillig gezahlte höhere Beiträge sind willkommen und helfen, dauerhaft ein abwechslungsreiches und attraktives Programm zu bieten.


Die polytechnische Familie

Die Polytechnische Gesellschaft hat in den vergangenen 200 Jahren 50 Tochterinstitute gegründet, so auch 1846 das Kuratorium Kulturelles Frankfurt e.V. Die Anlässe waren immer aktuell. Verantwortungsvoll und mit dem Wunsch zu gestalten und zu verbessern, nahmen sich die Polytechniker verschiedener Themen an. Einige Tochterinstitute gingen in städtische Trägerschaft über, andere wurden verkauft oder lösten sich wieder auf, um Platz für neue Initiativen zu schaffen. Heute gehören sieben Tochterinstitute zur polytechnischen Familie, die sich - von der Mutter finanziell gefördert - für Kultur, Wissenschaft, Bildung und Soziales einsetzen.

Die Tochterinstitute

Neben dem Kuratorium Kulturelles Frankfurt engagiert sich besonders die 2005 gegründete Stiftung Polytechnische Gesellschaft für Wissenschaft und Bildung. Sie ist von der Polytechnischen Gesellschaft großzügig ausgestattet worden und spielt in Frankfurt auf vielen Feldern mit. So unterstützt sie auch Kultur und Soziales und ist sowohl fördernd als auch operativ unterwegs. In zahlreichen Stipendienprogrammen hat sie zum Beispiel sei ihrem Bestehen 45.000 Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, darunter 1.100 Stipendiaten, gefördert. Der Verein zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker e.V., der Kunstgewerbeverein in Frankfurt am Main und die Wöhler-Stiftung engagieren sich für Kunst und Kultur und bereichern mit vielen eigenen Veranstaltungen die Frankfurter Kulturszene. Am Institut für Bienenkunde in Oberursel arbeiten Wissenschaftler und Imker gemeinsam daran, das Überleben der Bienen zu sichern. Und das älteste, heute noch aktive Tochterinstitut ist die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte, die sich dafür einsetzt, dass Blinde und sehbehinderte Menschen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.